Gefahr für Bundestagswahl : Hacker finden Schwachstelle in Wahlsoftware
Gefahr für Bundestagswahl : Hacker finden
Schwachstelle in Wahlsoftware
Politik
Ausgezählt wird in Deutschland meist
per Hand. Doch bei der Übermittlung der Ergebnisse könnten Hacker die
Wahl manipulieren, fürchten IT-Experten.
(Foto: imago stock&people)
Donnerstag, 07. September 2017
Gefahr für Bundestagswahl
Hacker finden Schwachstelle in
Wahlsoftware
Ein Programm, das zur Organisation der
Bundestagswahl eingesetzt wird, weist offenbar erhebliche
Sicherheitslücken auf. Der Hersteller und der Bundeswahlleiter kennen
die Probleme. Ob sie diese bis zum 24. September beheben können, ist
unklar.
Bei einem Computerprogramm für die
Bundestagswahl am 24. September gibt es offenbar erhebliche
Sicherheitsprobleme. Lücken in dem Programm könnten dazu führen, dass
das vorläufige Wahlergebnis manipuliert wird, berichtete "Zeit Online".
Ein unabhängiger Informatiker hatte demnach die Sicherheitsprobleme
entdeckt, zwei Analysten des Chaos Computer Clubs (CCC) bestätigten
seine Ergebnisse.
Auch Deutschland ist verwundbar
Den CCC-Hackern war es den Angaben
zufolge gelungen, die interne Verschlüsselung des Programms PC-Wahl zu
knacken. Auch der Hersteller der Software gestand Lücken in dem Programm
ein. Unklar ist dem Bericht zufolge, ob es gelingt, sämtliche
Sicherheitslücken bis zum 24. September zu schließen. Es habe für den
Bundeswahlleiter höchste Priorität, Manipulationen bei den
Schnellmeldungen und damit beim vorläufigen Wahlergebnis zu verhindern,
sagte ein Sprecher des Bundeswahlleiters gegenüber "Zeit Online" und dem
Wochenblatt "Die Zeit".
Das Programm PC-Wahl ist nach Angaben
des Herstellers Vote iT das meistgenutzte Wahlorganisationssystem in
deutschen Verwaltungen. Die Software sammelt die in den Wahllokalen
ausgezählten Stimmen und leitet sie an die Kreis- und Landeswahlleiter
weiter. Das Programm enthielt den Angaben zufolge bislang keine
verschlüsselten Signaturen oder ähnliche Sicherungen, um zu garantieren,
dass nur die dafür zugelassenen Stellen Wahldaten übermitteln.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen
unzureichend
Nach Angaben von Vote iT haben die
zuständigen Kommunen Sicherheitsmechanismen zum Schutz vor
Manipulationen bisher nie eingefordert. Am 28. Juli habe das Bundesamt
für die Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) den
Bundeswahlleiter über die Probleme informiert. Daraufhin wies der
Bundeswahlleiter alle Landeswahlleitungen an, Maßnahmen zur Sicherung
der Authentizität elektronisch übermittelter Schnellmeldungen zu
ergreifen. Das BSI hat den Wahlleitern und dem Hersteller Vorschläge
vorgelegt, wie die Software verbessert werden kann.
Verfassungsschutzchef warnt
Hacker könnten Wahlkampf beeinflussen
Der Chaos Computer Club hat dem
Bericht zufolge Teile der nun überarbeiteten Software bereits
analysiert. Er kam zu dem Ergebnis, dass sämtliche Gegenmaßnahmen sich
bereits bei oberflächlicher Überprüfung als ungeeignet erwiesen hätten,
die gemeldeten Schwachstellen zu beseitigen.
Der Bundeswahlleiter habe verfügt,
dass die Ergebnisse der Stimmauszählungen am Wahlabend im Zweifel
"unabhängig von IT-Tools" weitergegeben werden sollen, hieß es in dem
Bericht weiter. Außerdem seien die Landeswahlleiter angewiesen, die
Ergebnisse am Wahlabend nach der Veröffentlichung mit einer "zwingenden
Sichtkontrolle" noch einmal zu überprüfen. Damit stellten sich die
Behörden auf den Notfall ein, "wenn wider Erwarten die Probleme mit
PC-Wahl nicht behoben werden können".
Quelle: n-tv.de , mbo/AFP
http://www.n-tv.de/politik/Hacker-finden-Schwachstelle-in-Wahlsoftware-article20022028htmll