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Die Gegenwart

englische "Entwicklungshilfe" für Preußen

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FTD 18.11.2012 online,
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Industrielle Revolution: Preußens Plagiate

Während der industriellen Revolution schauen deutsche Unternehmer neidisch nach England. Die Briten entwickeln eine technische Sensation nach der anderen. Es ist die Stunde der deutschen Industriespione. Auf abenteuerlichen Wegen schmuggeln sie Know-how auf den Kontinent. von Johanna Lutteroth, Hamburg


Nachdenklich lässt Johann Gottfried Brügelmann das Garn durch seine Finger gleiten. Aus England kommt es, frisch importiert, und es ist fester als alles, was er bisher gesehen hat. Vollkommen gleichmäßig fühlt sich der Faden an. Brügelmann runzelt die Stirn. Wie machen diese Briten das nur?
Es ist ein Gedanke, der den späteren Industriellen und Textilmagnaten nicht mehr loslässt. Jahrelang beschäftigt er sich mit dem englischen Garn, schreibt Briefe, liest technische Zeitschriften und befragt Experten. "Durch die Länge der Zeit und durch beträchtlichen Kostenaufwand erfuhr ich endlich, dass in England die Baumwolle durch Handmaschinen und Wassermühlen gesponnen würde", berichtet Brügelmann 1783 seinem Landesherren, Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz.
Das Geheimnis hinter dem perfekten Garn ist die sogenannte Waterframe - die erste Spinnmaschine der Welt, die nicht von Menschenhand betrieben wird, sondern über ein Wasserrad. Brügelmann wittert die Chance seines Lebens. Mit einer solchen Maschine, die wie von Geisterhand in Windeseile hochwertigstes Garn spinnt, würde er die heimische Konkurrenz spielend ausbooten. Er muss unbedingt eine haben - koste es, was es wolle.
Das ist eine Dampfmaschine


Das is ne Dampfmaschine: und zwar der Prototyp, den James Watt Ende des 18.Jahrhunderts entwickelt hat
Brügelmann ist nicht der Einzige, der Ende des 18. Jahrhunderts einen perfiden Plan schmiedet. Er muss nach England, dorthin, wo die industrielle Revolution in diesen Jahren ihren Ausgang nimmt. Fast alle wichtigen Neuerungen in Maschinenbau und Fertigung kommen von der Insel. In den deutschen Fürstentümern, wo noch in Manufakturen gewerkelt wird, ist vielen Unternehmern jedes Mittel recht, um die Geheimnisse der Briten zu entschlüsseln. Reihenweise setzen deutsche Ingenieure, Maschinenbauer und Firmenbesitzer nach Großbritannien über, um dort Industriespionage zu betreiben, darunter Größen wie Eberhard Hoesch, Alfred Krupp oder die Brüder Haniel. Dass heute, 200 Jahre später, gerade deutsche Unternehmen über Plagiate aus dem Fernen Osten klagen, ist also nicht ganz ohne Ironie - schließlich kannten viele unserer Vorväter keinerlei Skrupel, wenn es um geistigen Diebstahl im Ausland ging.
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